Fräulein Vino genießt – Episode II

Buntes Treiben im Weinregal
Gestern wurde Fräulein Vinos geliebter Fasching zu Grabe getragen. Schluss mit lustig. Der Völlerei wird ein Ende gesetzt, die Fastenzeit wird eingeläutet. Verzichten statt schlemmen steht nun an der Tagesordnung. „Nicht mit mir“, denkt sich das Fräulein Vino und setzt lediglich schlechten Wein auf die Verbotsliste.

Spaß im Glas
Knallbuntes Etikett, erfrischende Leichtigkeit. Der „GrüVe“ 2015 versprüht pure Lebensfreude. Während ausgelassene Stimmung und bunte Feste in der Warteschleife parken, sorgt der Grüne Veltliner aus Langenlois in Niederösterreich für Spaß im Weinglas. In der Nase frisch, blumig und fruchtig überzeugt er bereits beim ersten Schluck durch knackige Säure, fruchtige Frische und angenehme Würze. Mit nur 11,5 % Alkohol eignet sich der Weiße aus dem Hause Jurtschitsch perfekt als Aperitif. Hervorragend harmoniert der erfrischende Tropfen zu Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel und asiatischen, sowie vegetarischen Gerichten.

 

Kunst trifft Wein
Der weiße Kamptaler sorgt für Genuss am Gaumen. Sein Erscheinungsbild erfreut das kunstliebende Auge. Bereits seit 29 Jahren gestaltet der bildende Künstler Christian Ludwig Attersee die Frontansicht des Grünen Veltliners. Lebendig, farbenfroh, schrill. Das zeitgenössische Kunstwerk in Etikettenform wird jährlich neu gestaltet und spiegelt die Wetterverhältnisse des jeweiligen Jahrgangs wieder. 2015 tummelt sich ein bunter „Weinzoo“ auf der Flasche. Das aufgeregte Treiben steht exemplarisch für den Verlauf des Jahres. „Wer sich keinen Attersee leisten kann, soll wenigstens einen auf dem Tisch haben“, ist das Motto des vinophilen Kunstprojekts.

Flaschenweise gute Stimmung kauft man hier .

Fräulein Vino genießt – Episode I

Wenn Nebendarsteller zu Stars werden

Stets präsent, doch ewig in die Rolle des Nebendarstellers gedrängt. Das Brot ist bei Weinverkostungen ein willkommener Gast. Wird über die zu probierenden Weine hitzige diskutiert und hochtrabend philosophiert, wird dem Bissen Brot kaum Beachtung geschenkt. Sind wir uns ehrlich, können wir einem frischen Stück Brot aber genau so wenig widerstehen wie einem guten Glas Wein.

Liebhaber des reschen Gebäcks sollten sich daher den 23. Jänner 2016 rot im Kalender markieren. An diesem Tag verwandelt sich die „Alte Post“ im 1. Wiener Gemeindebezirk in eine große Backwerkstatt. Rund 20 Bäcker aus ganz Österreich zeigen im Rahmen des Events „Kruste und Krume – Back-Werk-Stadt“ ihr Können. Im Namen von Slow Food begleitet Barbara van Melle den Event und stellt jene Bäcker vor die ihr Handwerk nach wie vor schätzen, sowie Tradition und Vielfalt wahren. Um das Genusserlebnis zu komplettieren werden Weine von Willi Bründelmayer, Zantho, Silvia Henrich und Markus Huber kredenzt. Allerlei  deftige Köstlichkeiten aus den Küchen von Konstantin Fillipou, Christian Petz und der Schinkenmanufaktur Thum runden das Angebot ab.

barbaravanmelle(c)WolfgangHummer1
Barbara van Melle liebt Brot. Foto by Wolfgang Hummer

Das Brot nicht gleich Brot ist bemerkt man spätestens nach einem beherzten Biss, der nicht zufrieden stellt. Doch wie erkenne ich gutes Brot? Worauf muss beim Kauf geachtet werden? Das Fräulein Vino hat bei Brotexpertin Barbara van Melle nachgefragt.

1) Wie wird Brot zu gutem Brot?

Man nehme gutes – am besten biologisches – Getreide, Wasser, Salz und viel Zeit. Nur die Zeit gibt dem Brot seinen wahren Geschmack und hält es auch länger frisch.

 2) Wer kennt das nicht?  Man möchte Brot kaufen, steht vor üppig bestückten Regalen und kann sich nicht entscheiden. Wie kann ich als Kunde zwischen gutem und nicht so gutem Brot unterscheiden?

Man muss sich mit Brot beschäftigen, nur wer weiß, wie gutes Brot schmeckt, wird diesen Geschmack auch suchen. Das trifft übrigens auf alle Lebensmittel zu, Geschmack muss erlernt und geschult werden. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass die Herkunft nachvollziehbar ist. So wie man nicht zu anonymen Weinen greift, sollte man nicht zu anonymen Broten greifen. Die Garantie für handwerklich gemachtes Brot, das aus regionalen Rohstoffen besteht und in dem nichts ist, was nicht ins Brot gehört, kann nur der Bäcker oder die Bäckerin des Vertrauens geben. 

 3) Brot und Wein. Eine herrliche Kombination. Doch welches Brot wird am besten zu Wein kombiniert?

 Das beste Brot zum Wein gibt es nicht.  Brot wurde lange Zeit als etwas Alltägliches betrachtet. Aber Brot ist viel mehr, es ist eines der vielfältigsten Lebensmittel. Jedes Brot hat seinen eigenen Charakter, seine ganz besonderen Eigenschaften in Bezug auf Aussehen, Textur, Geruch, Geschmack. Und all das gilt es auch in Verbindung mit Wein zu entdecken.

 Lust auf vielfältige Backwerk bekommen? Dann empfiehlt sich ein Besuch beim größten Bäckermarkt Wiens. Hier geht´s zum Programm. 

 

Fräulein Vino on Tour – Episode IX

Next Stop – Fledermausland

Nach etwas mehr als einer Stunde Flug begrüßte uns Rumänien mit mildem Wetter und fetten Lettern am Flughafengebäude –  „Welcome to Transylvania“. Ziel dieser genussvollen Reise war das Weingut Liliac, in der Region Lechinta. „Uns“, dass waren Autorin und Moderatorin Barbara van Melle, Weinjournalist Darrel Joseph und das Fräulein Vino, begleitet von Kellermeister Rudi Krizan, eingeladen von Alfred M. Beck, seine Zeichens Weingutbesitzer, Landwirt, Architekt und Investor.

DSC_0184
Eine illustre Runde (v.l.n.r.): Fräulein Vino, Darrel Joseph, Barbara Van Melle, Alfred M. Beck und Rudi Krizan.

 

Der erste Eindruck
Bereits am Weg zum Weingut bemerkte ich es. Rumänien ist anders und doch ein bisschen so wie ich es mir vorgestellt habe. Zwischen Autos auf stark befahrenen Straßen reihen sich gemächliche Pferdegespanne. Kein Hupen, kein Stress, einfach nur Gelassenheit ist zu beobachten. Folkloristisch gekleidete Frauen in bunten Röcken mischen sich in Städten unter westlich gestylte  Businessmen. Prachtvolle Bauten im urbanen Gebiet werden im ländlichen Raum abgewechselt von spartanischen Häuschen mit beeindruckenden Gemüsegärten und umfangreichen Kleintierzuchten. Hier scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Es wirkt authentisch, ursprünglich und vor allem gemütlich.

Entspannter Perfektionismus
Gemütlich wirkt auch das Örtchen Batoș auf Besucher. Traditionelle, spartanische Häuser reihen sich an moderne Neubauten. Inmitten der Gebäudeansammlung sticht in kräftigem bordeauxrot das neu errichtet Betriebsgebäude des Weinguts Liliac hervor. Österreichische Gründlichkeit wohin das Auge schaut. Im Außenreal ziert penibel verlegter Rollrasen das Gelände, Wasserschläuche warten exakt aufgerollt auf ihren Einsatz, der Keller wirkt klinisch sauber. Kellermeister Rudi Krizan führt uns stolz durch sein Reich. Mindestens einmal pro Woche fliegt der Burgenländer nach Rumänien um sich mit dem Personal vor Ort abzustimmen. Mit seinen Kellermeisterinnen Paula und Andra steht er fast täglich via Telefon in Kontakt um nach dem Rechten zu „hören“. Im Weingarten verlässt er sich gerne auch Mal auf tierische Gehilfen. Die Fledermaus (rum. Liliac), wie soll es in Transsilvanien auch anders sein, hilft einerseits bei der Schädlingsbekämpfung und fungiert anderseits als pfiffiges Logo.

 

Zu Gast bei Freunden
Nach der technisch anmutenden Kellerführung dürfen wir das echte, urige Rumänien kennen lernen. Mit der Pferdekutsche geht es über Stock und Stein durch Becks Weingärten. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine Wiese, eine beachtlich große Herde Ziegen und Schafe umzingelt von Hirtenhunden aller Art nimmt uns in Empfang. Der Schäfer bittet uns zu Tisch, kredenzt wird hausgemachter Schaf- und Ziegenkäse, Speck und Zacuscă, ein würziger Aufstrich aus Auberginen und roten Paprika. Ein Glas Red Cuvée 2014 perfektionierte diesen Moment. Die fruchtig-würzige Kombination aus  Fetească Neagră & Merlot passt hervorragend zu unserer deftigen Jause. „Traumhaft“ beschreibt die Atmosphäre wohl am besten, es fühlt sich an als würden wir uns schon ewig kennen. Ich könnte noch Stunden hier sitzen und den Geschichten der Hirten lauschen doch unsere Reise geht weiter. Rechtzeitig zur „Golden Hour“ kutschieren uns unsere Fahre auf eine Anhöhe inmitten der Weingärten. Hinter den sanften Hügeln Transsilvaniens verabschiedet sich mit wunderbarem Farbenspiel die Sonne. Die Dämmerung beginnt und wir scherzen über die schaurigen Geschichten der Hirten über die im Wald lebenden Bären und Wölfe.

 

Mädchentraube, Königsast und rumänische Leckerein
Nach einem anstrengenden Tag lassen wir gemeinsam den Tag in der relaxten Atmosphäre der Wine Lodge ausklingen. Verkostet werden internationale Rebsorten wie Sauvignon blanc, Chardonnay und Merlot, aber auch autochthone Gewächse. Klingende Namen wie Fetească Alba (weiße Mädchentraube) und Fetească Regala (Königsast) werden ins Glas gefüllt. Frisch, knackig, mit Anklängen von Zitrus und Graipfruit schmeicheln sie dem Gaumen und sind die perfekten Begleiter unseres rumänischen Abendessens. Aufgetischt werden hausgemachte Leckereien aus der Region, zubereitet von einer talentierten Köchin aus dem Dorf. Auf unseren Tellern landen verschiedene Sorten Salată de vinete (Auberginensalat), Sarmale (Krautwickel) gefüllt mit Reis und Faschiertem und Polenta und Speck, sowie Käse und Tellersulz. Zum krönenden Abschluss werden Palatschinken mit einem Glas „Nectar of Tranylvania“, einem Schilfwein aus Muscat Ottonel-Trauben, gereicht.

 

Fazit
1. Transsilvanien ist eine Reise wert.
2. Liliac Weine sollte man probiert haben.
3. Rumänisches Essen ist deftig, ABER eine Sünde wert.

Fräulein Vino´s Top 5:
1. young.Lilac fresh
2. Fetească Alba
3. Fetească Regala
4. Red Cuvée
5. Nectar of Transylvania

Erhältlich unter www.liliac.com.

 

 

Fräulein Vino on Tour – Episode VIII

Der ungezähmte Widerspenstige

Tradition schätzt Bernhard Ernst vor allem in seinem Keller, im beruflichen Alltag geht er lieber seinen eigenen Weg. Begleitet man ihm einen Stück darauf erkennt man sofort, dass es kein Stiller ist. Der Jungwinzer aus Deutschkreutz setzt seine Schritte laut, schrill und voller Energie. Das beschauliche Familienunternehmen mutierte unter seiner Leitung in kürzester Zeit zum trendigen Garagenweingut. Ein vinophiler Event ohne den jungen Wilden existiert praktisch nicht.

garten
Qualität beginnt im Weingarten. Quelle: Weingut Ernst

In der Weinherstellung verlässt sich Bernhard Ernst auf althergebrachte Vinifikationsmethoden. Rund 8ha werden per Hand gelesen, sortiert wird direkt im Garten. In kleinen offenen Bottichen wird vergoren, wie es schon seit Jahrhunderten üblich ist in Deutschkreutz. Mostkonzentration, sowie der Einsatz von Holzchips, künstlichen Tanninen oder Reinzuchthefen sind im ein Graus. So konservativ er sich zeigt bei der Vinifikation, so extrovertiert und innovativ gestaltet er Kundenakquise und Vertrieb.

Bernie
Wild, frech, dynamisch – Bernhard Ernst.                     Quelle: Weingut Ernst

In einem Glas „ernsten Wein“ trifft Eleganz auf Hard Rock. Tiefgründige Finesse wird aufgelockert durch wohl dosierte Keckheit. Wie einst seine musikalischen Idole „Nirvana“ und „Gun´s´Roses“, hat auch Bernhard Ernst noch Großes vor und das schmeckt man. Da lockt der „Blaufränkisch Deutschkreutz“ beispielsweise mit einem „Come as you are“ beim ersten Schluck und lädt zu einem legeren Abend mit Freunden. Die rote Cuvée Zion säuselt hingegen von einem Aufenthalt in „Paradise City“. Herkunft ist dem dynamischen Mittelburgenländer wichtig, dabei vergisst er jedoch nie auch einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Anders ist er der Bernhard Ernst. Anders als die Anderen und das ist gut so.

Fräulein Vino´s Tipp:

Cuvée Zion
Blaufränkisch trifft auf Zweigelt auf ein Rendevouz im  Barrique. Typisch Burgenland!

Bezugsquellen:

  • Onlineshop  – Neun Weine:
    Bis 17. Oktober 2015 findet man den Roten zum Sonderpreis.
    Hier geht´s zum Shop: www.neunweine.at
  • Delicius – concept store
    Brodtischgasse 28, 2700 Wr. Neustadt
    www.delicius.at

Fräulein Vino & Friends – Episode I

Um das Fräulein Vino ist es in letzter Zeit ein wenig ruhiger geworden. Viel zu tun hat es in seinem neuen Concept Store. Vor einigen Tagen gönnte es sich jedoch eine Auszeit und machte sich auf nach Langenlois. Fred Loimer lud zur Sektverkostung. Doch heute berichtet nicht das Fräulein Vino über dieses schäumende Erlebnis, sondern Gast-Blogger Branko Mucina.

Die Sektmeister von Langenlois
Dass sich Winzersekt aus Österreich vor Schäumern aus anderen weltberühmten Herkunftsregionen nicht verstecken muss, ist für Weinfans schon lange kein Geheimnis mehr. Großartige Schaumweine kommen tatsächlich aus allen Ecken des Landes, denn belebende Säure sowie tolle Fruchtaromatik verleihen die Paradesorten Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Zweigelt oder Pinot Noir (um nur einige zu nennen) unseren Sekterzeugnissen allemal.

Und doch scheint unter all den Weinbauregionen das Kamptal und sein Epizentrum Langenlois mit ihrer beeindruckenden Dichte an Spitzenerzeugern für die Produktion wegweisender Winzersekte geradezu prädestiniert zu sein. Die jahrzehntelange Erfahrung, traditionelle Herstellungsmethoden und Innovationslust der Winzer gehen hier offenbar Hand in Hand und bieten Genussfreunden eine Vielzahl an Stilen und Geschmacksnuancen, während die Region mit idealen klimatischen und geologischen Bedingungen für fantastische Sektgrundweine aufwartet.

Garten
                                 This is where the magic happens. (c) Anna Stöcher

Von all dem, sowie von der Kollegialität unter den Langenloiser Winzern konnte man sich anlässlich der Präsentation der neuen Sekte des Weinguts Loimer, eines der Aushängeschilder der Region, Anfang September vor Ort überzeugen. Nach 17-jähriger „Abstinenz“ begibt sich Fred Loimer also wieder auf prickelndes Terrain – diesmal mit renommierter Unterstützung durch Master of Wine Andreas Wickhoff. Präsentiert wurden demnach nicht nur Loimers neue Sektkreationen, sondern auch die seiner Mitstreiter Jurtschitsch, Steininger, Bründlmayer und Schloss Gobelsburg.

langenlois-5995
(v.l.n.r.): Steiniger, Maurer, Palfrader, Scheuba, Wickhoff, Bründlmayer, Moosbrugger, Jurtschisch. (c) Anna Stöcher

Gemeinsame Vielfalt
Als Sektliebhaber könnte man durchaus mit Langenlois sein Auslangen finden, so großartig ist das dortige Angebot. Was neben der Qualität der sprudelnden Tropfen ebenso beeindruckt, ist die Tatsache, dass sich die oben genannten Winzer nicht vornehmlich als Konkurrenten sehen, sondern sich für ein gemeinsames Renommee der Langenloiser Winzersekte einsetzen. Qualität entsteht im Weingarten und die Trauben für die Grundweine werden gezielt und mit großem Respekt für die Natur angebaut, darin scheinen sich alle einig zu sein. Dass dabei jedoch die unterschiedlichsten Stilrichtungen zustande kommen können, liegt an dem jeweiligen Zugang der Produzenten – uns kann diese Qual der Wahl nur recht sein.

Sekt
         Loimer´s prickelnder Beitrag. (c) Anna Stöcher

Was gab es denn nun alles? Insgesamt wurden 15 Sekte verkostet, die Palette reichte von alt bis neu, kraftvoll bis filigran und von Cuvées bis zu reinsortigen Schäumern. So präsentierte Steininger seine gewohnt kraftvollen und eher als Speisenbegleiter geeigneten Sekte, unter anderem den Lagenwein ‚Riesling Heiligenstein 2011‘. Unter den ausdrucksstarken, mineralischen Klassikern von Bründlmayer wurde auch sein allererster Sekt (‚Brut 1989‘) ausgeschenkt und als Jahrgänge mit viel Spannung erweisen sich die Vertreter aus 2010 und 2013. Schloss Gobelsburg zeigte neben dem anregenden ‚Brut Reserve 2011‘ als Kontrast mit außerordentlich langer Reifezeit einen ‚Vintage‘ aus 2004. Und mit seinen 2009er beweist auch Alwin Jurtschitsch kompromissloses Streben nach Qualität – sein ‚Brut Nature‘ und ‚Brut‘ dürfen beide ein langes Hefelager von mehr als 4 Jahren genießen!

Und die Neuankömmlinge von Fred Loimer und Andreas Wickhoff? Sowohl der ‚Extra Brut‘ als auch der ‚Brut Rosé‘, beide aus 2013 und ausschließlich aus Zweigelt und Pinot Noir bereitet, sind elegante, feine und zugleich eigenständig charaktervolle Sekt-Persönlichkeiten, in deren Begleitung wir sehr gerne ein Menü oder einen ganzen Abend verbringen wollen. Last but not least: die noch auf der Hefe liegende ‚Langenlois Grosse Reserve 2013“ aus weißen Burgundertrauben wird mit zum Feinsten gehören, was die ohnehin mit großartigen Schaumweinen gesegnete ‚Sekt-Hauptstadt“ Langenlois je hervorgebracht hat – diese Behauptung wagen wir bereits heute!

********************************************************************************************

Über Branko:
Branko, 38, gebürtiger Slowake, seit Ewigkeiten in Wien, Übersetzer-Studium (Frz., Span.), seit einigen Jahren vom Weinvirus gebissen, 1 Jahr an der Boku Weinbau, seit 2014 WSET-Weinakademie-Diploma in Rust (nächstes Jahr fertig), daneben Verkostungen für Mayer am Pfarrplatz und die Schreiberei, bei gouttes et gouts (http://gouttesgouts.com/) und bei weinerleben: https://www.weinerleben.eu/

Mag: authentische Weine, naturnah arbeitende Winzer, Weine mit Frische, Trinkfluss und Herkunft, Furmint, Riesling, Süßweine, Pinot Noir, Schaumweine, eh alles 😉

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
                               Gast-Blogger Branko.

Fräulein Vino informiert sich – Episode VII

Wein des Teufels

In Fräulein Vino´s Concept Store „Delicius“ versammelten sich vor einiger Zeit Freunde des prickelnden Genusses. Verkostet wurde Winzersekt aus Österreich, sowie Champagner aus Frankreich. Michael Prünner, Generalimporteur der Champagnermarke Jaquart, durfte als Gast begrüßt werden. Mit viel Witz und Lässigkeit brachte er den Gästen das schäumende Thema näher. Die Highlights seines Vortrages möchte ich euch nicht vorenthalten…

IMG_2711
Gespannt lauschten die Besucher den prickelnden Geschichten von Michael Prünner.

Geschichte

Lang ist es her, da brachten die Römer die ersten Weinreben in die Champagne. Von Schaumwein war noch lange nicht die Rede, produziert wurde lediglich Stillwein. Der lange Transport über Stock und Stein bekam dem in Fässer abgefüllten Wein nicht sonderlich gut. Im 17. Jahrhundert hat man daher begonnen den Wein in Flaschen zu füllen. Durch die frühe Abfüllung gärte der Wein unbeabsichtigt in den Flaschen weiter. Gut daran war, dass der leicht schäumende Wein hervorragend schmeckte. Schlecht daran war, dass ein großer Teil der Flaschen bereits im Keller oder während des Transports explodierten. Bis zur Lösung dieses Problems waren Kellermeister gezwungen Eisenmasken während der Arbeit zur tragen um sich vor Splittern zu schützen. Die Bezeichnung „Wein des Teufels“ war geboren…

Eben so eine Situation dürfte sich laut Erzählungen auch in einem Keller eines französischen Benediktinerklosters abgespielt haben. Die dort gelagerten Flaschen explodierten, die Mönche flüchteten aus dem Keller und verteufelten den edlen Tropfen. Einer von ihnen wollte es jedoch genauer Wissen und stieg die Kellertreppe noch einmal hinunter um von dem Wein zu kosten. „Brüder. Kommt geschwind. Ich trinke Sterne!“ rief er vor lauter Begeisterung. Dieser mutige Mönch war Dom Pérignon, seines Zeichens verantwortlich für die Weiterentwicklung der kontrollierten Flaschengärung, dem sicheren Verschluss von Champagnerflaschen, dem Weißkeltern von roten Trauben und der Kunst des Verschnitts.

dom-perignon-monk
Dom Perignon                                             Quelle:http://www.somaticstechnologyconference2012.com

Herstellung

  1. Als Basiswein kann reinsortiger Wein oder eine Cuvée verwendet werden. Erlaubt sind die Sorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier.
  2. Tirage: Der in Flaschen abgefüllte Basiswein wird mit Zucker und Hefe versetzt, danach wird die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen.
  3. Gärung in der Flasche verschlossen mit einem Kronkorken.
  4. Lagerung in dunklen, kühlen Kellern. Mindestens 15 Monate lang.
    Rütteln: Um die Hefe zu entfernen wird die Flasche  in ein Rüttelpult gestellt. Zunächst liegt sie für 2 Wochen fast waagrecht, täglich wird sie um eine zehntel Umdrehung gewendet. In der letzten Woche wird sie dann Tag für Tag weiter auf den Kopf gestellt. Die Hefe sammelt sich vor dem Kronkorken.
  5. Degorgieren: Kopfüber wird die Flasche in ein Eisbad getaucht. Der Hefepropf gefriert. Nach dem Öffnen schießt der Hefe-Eis-Propf aus der Flasche.
  6. Versanddosage: Die fehlende Flüssigkeit wird durch die Dosage ersetzt. Jetzt bekommt der Schaumwein seine einzigartige Note. Dabei kann auch die Süße des Schaumweins bestimmt werden.
  7. Fertigstellung: Zu guter Letzt werden die Flaschen mit einem Naturkork und der Agraffe (Drahtkörbchen) verschlossen.
Step by Step - Von der Traube zum Champagner.
Step by Step – Von der Traube zum Champagner.

Hard Facts

Den Namen Champagner dürfen nur Schaumwein tragen die in dem französischen Weinbaugebiet Champagne erzeugt werden. Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:

  • Rebsorte: erlaubt ist die Verwendung von Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay
  • Anbaugebiet und Produktionsort muss die Champagne sein
  • Herstellungsverfahren: Méthode Traditionelle
  • Reifedauer: min. 15 Monate
Prickelnde Verführung von Jacquart.
Prickelnde Verführung von Jacquart.

Fräulein Vino´s Tipp:

Champagne brut mosaique (12,5 % alc.)
Weingut Jaquart, Reims
Méthode Traditionelle
0,75l € 30,60

Champagne rosé mosaique ( 12,5 % alc.)
Weingut Jaquart, Reims
Méthode Traditionelle
0,75l € 35,50

Bezugsquelle:
Delicius – concept store
Brodtischgasse 28
2700 Wiener Neustadt
www.delicius.at

All jene die nicht gleich in eine Flasche investieren möchten, probieren einfach Mal ein köstliches Glas voll Champagner. 🙂

 

Für all jene die nicht gleich in eine Flasche investieren möchten, probieren einfach Mal ein köstliches Glas voll Champagner. J

Fräulein Vino on Tour – Episode VII

Hoher Besuch und toller Wein

Vor einigen Tagen stattet der Wiener Neustadt Bürgermeister dem Fräulein Vino einen Besuch ab. Im Schlepptau Winzer Gerhard Schagl aus Hölles. Die offizielle Aufgabenstellung war schleunigst abgearbeitet. Es galt gemeinsam einen passenden Wein für offizielle Empfänge der Stadt Wiener Neustadt auszusuchen. Danach begann für das Fräulein Vino erst der richtige Spaß, es kostete sich durch das gesamte Sortiment.

Schlagl
Die Schalls – Ein starkes Team.               Quelle: Weingut Schall

Insgesamt 7 ha bewirtschaftet Gerhard Schagl gemeinsam mit seiner Familie. Sein Weingut samt Heurigen liegt im niederösterreichischen Hölles. Seine Weingärten sind in der Thermenregion rund um Baden beheimatet. Die Weinpalette der Familie Schagl ist beeindruckend lang. So findet man österreichische Klassiker wie Grünen Veltliner, Welschriesling, Zweigelt und St. Laurent auf der Weinkarte. Dazwischen entdeckt man internationale Klassiker wie Sauvignon blanc und Pinot Noir. Für einen Winzer der Thermenregion dürfen natürlich regionale Stars wie Rotgipfler, Zierfandler und Blauer Portugieser im Produktportfolio nicht fehlen.

Heurigen
In gemütlicher Atmosphäre kann verkostet und geschlemmt werden. Quelle: Weingut Schagl

Die Weine von Gerhard Schagl können alle zwei Monate im Rahmen einer Degustation verkostet werden. Gemeinsam mit seinem Sohn öffnet er ab 18:00 Uhr den Verkostungsraum. In entspannter Atmosphäre kann persönlich mit dem Winzer gefachsimpelt und verkostet werden. Für das kulinarische Vollprogramm empfiehlt sich ein Besuch des familieneigenen Heurigens.

Termine:

-) Verkostung im Weingut Schagl       07. August 2015 ab 18:00 Uhr
-) Ausg´steckt ist                                     20. bis 30. August 2015-07-31

Fräulein Vinos Genießer Tipps: 

Wein
Quelle: Weingut Schagl

-) Welschriesling 2014 (Ab Hof erhältlich um € 3,50)
-) Riesling 2014 (Ab Hof erhältlich um € 4,40)
-) St. Laurent (Ab Hof erhältlich um € 5,20)
-) Cuvée GS (Ab Hof erhältlich um € 9,00)

Viel Freude beim Verkosten, Schlemmen und Genießen!