Fräulein Vino on Tour – Episode IX

Next Stop – Fledermausland

Nach etwas mehr als einer Stunde Flug begrüßte uns Rumänien mit mildem Wetter und fetten Lettern am Flughafengebäude –  „Welcome to Transylvania“. Ziel dieser genussvollen Reise war das Weingut Liliac, in der Region Lechinta. „Uns“, dass waren Autorin und Moderatorin Barbara van Melle, Weinjournalist Darrel Joseph und das Fräulein Vino, begleitet von Kellermeister Rudi Krizan, eingeladen von Alfred M. Beck, seine Zeichens Weingutbesitzer, Landwirt, Architekt und Investor.

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Eine illustre Runde (v.l.n.r.): Fräulein Vino, Darrel Joseph, Barbara Van Melle, Alfred M. Beck und Rudi Krizan.

 

Der erste Eindruck
Bereits am Weg zum Weingut bemerkte ich es. Rumänien ist anders und doch ein bisschen so wie ich es mir vorgestellt habe. Zwischen Autos auf stark befahrenen Straßen reihen sich gemächliche Pferdegespanne. Kein Hupen, kein Stress, einfach nur Gelassenheit ist zu beobachten. Folkloristisch gekleidete Frauen in bunten Röcken mischen sich in Städten unter westlich gestylte  Businessmen. Prachtvolle Bauten im urbanen Gebiet werden im ländlichen Raum abgewechselt von spartanischen Häuschen mit beeindruckenden Gemüsegärten und umfangreichen Kleintierzuchten. Hier scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Es wirkt authentisch, ursprünglich und vor allem gemütlich.

Entspannter Perfektionismus
Gemütlich wirkt auch das Örtchen Batoș auf Besucher. Traditionelle, spartanische Häuser reihen sich an moderne Neubauten. Inmitten der Gebäudeansammlung sticht in kräftigem bordeauxrot das neu errichtet Betriebsgebäude des Weinguts Liliac hervor. Österreichische Gründlichkeit wohin das Auge schaut. Im Außenreal ziert penibel verlegter Rollrasen das Gelände, Wasserschläuche warten exakt aufgerollt auf ihren Einsatz, der Keller wirkt klinisch sauber. Kellermeister Rudi Krizan führt uns stolz durch sein Reich. Mindestens einmal pro Woche fliegt der Burgenländer nach Rumänien um sich mit dem Personal vor Ort abzustimmen. Mit seinen Kellermeisterinnen Paula und Andra steht er fast täglich via Telefon in Kontakt um nach dem Rechten zu „hören“. Im Weingarten verlässt er sich gerne auch Mal auf tierische Gehilfen. Die Fledermaus (rum. Liliac), wie soll es in Transsilvanien auch anders sein, hilft einerseits bei der Schädlingsbekämpfung und fungiert anderseits als pfiffiges Logo.

 

Zu Gast bei Freunden
Nach der technisch anmutenden Kellerführung dürfen wir das echte, urige Rumänien kennen lernen. Mit der Pferdekutsche geht es über Stock und Stein durch Becks Weingärten. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine Wiese, eine beachtlich große Herde Ziegen und Schafe umzingelt von Hirtenhunden aller Art nimmt uns in Empfang. Der Schäfer bittet uns zu Tisch, kredenzt wird hausgemachter Schaf- und Ziegenkäse, Speck und Zacuscă, ein würziger Aufstrich aus Auberginen und roten Paprika. Ein Glas Red Cuvée 2014 perfektionierte diesen Moment. Die fruchtig-würzige Kombination aus  Fetească Neagră & Merlot passt hervorragend zu unserer deftigen Jause. „Traumhaft“ beschreibt die Atmosphäre wohl am besten, es fühlt sich an als würden wir uns schon ewig kennen. Ich könnte noch Stunden hier sitzen und den Geschichten der Hirten lauschen doch unsere Reise geht weiter. Rechtzeitig zur „Golden Hour“ kutschieren uns unsere Fahre auf eine Anhöhe inmitten der Weingärten. Hinter den sanften Hügeln Transsilvaniens verabschiedet sich mit wunderbarem Farbenspiel die Sonne. Die Dämmerung beginnt und wir scherzen über die schaurigen Geschichten der Hirten über die im Wald lebenden Bären und Wölfe.

 

Mädchentraube, Königsast und rumänische Leckerein
Nach einem anstrengenden Tag lassen wir gemeinsam den Tag in der relaxten Atmosphäre der Wine Lodge ausklingen. Verkostet werden internationale Rebsorten wie Sauvignon blanc, Chardonnay und Merlot, aber auch autochthone Gewächse. Klingende Namen wie Fetească Alba (weiße Mädchentraube) und Fetească Regala (Königsast) werden ins Glas gefüllt. Frisch, knackig, mit Anklängen von Zitrus und Graipfruit schmeicheln sie dem Gaumen und sind die perfekten Begleiter unseres rumänischen Abendessens. Aufgetischt werden hausgemachte Leckereien aus der Region, zubereitet von einer talentierten Köchin aus dem Dorf. Auf unseren Tellern landen verschiedene Sorten Salată de vinete (Auberginensalat), Sarmale (Krautwickel) gefüllt mit Reis und Faschiertem und Polenta und Speck, sowie Käse und Tellersulz. Zum krönenden Abschluss werden Palatschinken mit einem Glas „Nectar of Tranylvania“, einem Schilfwein aus Muscat Ottonel-Trauben, gereicht.

 

Fazit
1. Transsilvanien ist eine Reise wert.
2. Liliac Weine sollte man probiert haben.
3. Rumänisches Essen ist deftig, ABER eine Sünde wert.

Fräulein Vino´s Top 5:
1. young.Lilac fresh
2. Fetească Alba
3. Fetească Regala
4. Red Cuvée
5. Nectar of Transylvania

Erhältlich unter www.liliac.com.

 

 

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