Fräulein Vino & Friends – Episode I

Um das Fräulein Vino ist es in letzter Zeit ein wenig ruhiger geworden. Viel zu tun hat es in seinem neuen Concept Store. Vor einigen Tagen gönnte es sich jedoch eine Auszeit und machte sich auf nach Langenlois. Fred Loimer lud zur Sektverkostung. Doch heute berichtet nicht das Fräulein Vino über dieses schäumende Erlebnis, sondern Gast-Blogger Branko Mucina.

Die Sektmeister von Langenlois
Dass sich Winzersekt aus Österreich vor Schäumern aus anderen weltberühmten Herkunftsregionen nicht verstecken muss, ist für Weinfans schon lange kein Geheimnis mehr. Großartige Schaumweine kommen tatsächlich aus allen Ecken des Landes, denn belebende Säure sowie tolle Fruchtaromatik verleihen die Paradesorten Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Zweigelt oder Pinot Noir (um nur einige zu nennen) unseren Sekterzeugnissen allemal.

Und doch scheint unter all den Weinbauregionen das Kamptal und sein Epizentrum Langenlois mit ihrer beeindruckenden Dichte an Spitzenerzeugern für die Produktion wegweisender Winzersekte geradezu prädestiniert zu sein. Die jahrzehntelange Erfahrung, traditionelle Herstellungsmethoden und Innovationslust der Winzer gehen hier offenbar Hand in Hand und bieten Genussfreunden eine Vielzahl an Stilen und Geschmacksnuancen, während die Region mit idealen klimatischen und geologischen Bedingungen für fantastische Sektgrundweine aufwartet.

Garten
                                 This is where the magic happens. (c) Anna Stöcher

Von all dem, sowie von der Kollegialität unter den Langenloiser Winzern konnte man sich anlässlich der Präsentation der neuen Sekte des Weinguts Loimer, eines der Aushängeschilder der Region, Anfang September vor Ort überzeugen. Nach 17-jähriger „Abstinenz“ begibt sich Fred Loimer also wieder auf prickelndes Terrain – diesmal mit renommierter Unterstützung durch Master of Wine Andreas Wickhoff. Präsentiert wurden demnach nicht nur Loimers neue Sektkreationen, sondern auch die seiner Mitstreiter Jurtschitsch, Steininger, Bründlmayer und Schloss Gobelsburg.

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(v.l.n.r.): Steiniger, Maurer, Palfrader, Scheuba, Wickhoff, Bründlmayer, Moosbrugger, Jurtschisch. (c) Anna Stöcher

Gemeinsame Vielfalt
Als Sektliebhaber könnte man durchaus mit Langenlois sein Auslangen finden, so großartig ist das dortige Angebot. Was neben der Qualität der sprudelnden Tropfen ebenso beeindruckt, ist die Tatsache, dass sich die oben genannten Winzer nicht vornehmlich als Konkurrenten sehen, sondern sich für ein gemeinsames Renommee der Langenloiser Winzersekte einsetzen. Qualität entsteht im Weingarten und die Trauben für die Grundweine werden gezielt und mit großem Respekt für die Natur angebaut, darin scheinen sich alle einig zu sein. Dass dabei jedoch die unterschiedlichsten Stilrichtungen zustande kommen können, liegt an dem jeweiligen Zugang der Produzenten – uns kann diese Qual der Wahl nur recht sein.

Sekt
         Loimer´s prickelnder Beitrag. (c) Anna Stöcher

Was gab es denn nun alles? Insgesamt wurden 15 Sekte verkostet, die Palette reichte von alt bis neu, kraftvoll bis filigran und von Cuvées bis zu reinsortigen Schäumern. So präsentierte Steininger seine gewohnt kraftvollen und eher als Speisenbegleiter geeigneten Sekte, unter anderem den Lagenwein ‚Riesling Heiligenstein 2011‘. Unter den ausdrucksstarken, mineralischen Klassikern von Bründlmayer wurde auch sein allererster Sekt (‚Brut 1989‘) ausgeschenkt und als Jahrgänge mit viel Spannung erweisen sich die Vertreter aus 2010 und 2013. Schloss Gobelsburg zeigte neben dem anregenden ‚Brut Reserve 2011‘ als Kontrast mit außerordentlich langer Reifezeit einen ‚Vintage‘ aus 2004. Und mit seinen 2009er beweist auch Alwin Jurtschitsch kompromissloses Streben nach Qualität – sein ‚Brut Nature‘ und ‚Brut‘ dürfen beide ein langes Hefelager von mehr als 4 Jahren genießen!

Und die Neuankömmlinge von Fred Loimer und Andreas Wickhoff? Sowohl der ‚Extra Brut‘ als auch der ‚Brut Rosé‘, beide aus 2013 und ausschließlich aus Zweigelt und Pinot Noir bereitet, sind elegante, feine und zugleich eigenständig charaktervolle Sekt-Persönlichkeiten, in deren Begleitung wir sehr gerne ein Menü oder einen ganzen Abend verbringen wollen. Last but not least: die noch auf der Hefe liegende ‚Langenlois Grosse Reserve 2013“ aus weißen Burgundertrauben wird mit zum Feinsten gehören, was die ohnehin mit großartigen Schaumweinen gesegnete ‚Sekt-Hauptstadt“ Langenlois je hervorgebracht hat – diese Behauptung wagen wir bereits heute!

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Über Branko:
Branko, 38, gebürtiger Slowake, seit Ewigkeiten in Wien, Übersetzer-Studium (Frz., Span.), seit einigen Jahren vom Weinvirus gebissen, 1 Jahr an der Boku Weinbau, seit 2014 WSET-Weinakademie-Diploma in Rust (nächstes Jahr fertig), daneben Verkostungen für Mayer am Pfarrplatz und die Schreiberei, bei gouttes et gouts (http://gouttesgouts.com/) und bei weinerleben: https://www.weinerleben.eu/

Mag: authentische Weine, naturnah arbeitende Winzer, Weine mit Frische, Trinkfluss und Herkunft, Furmint, Riesling, Süßweine, Pinot Noir, Schaumweine, eh alles 😉

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                               Gast-Blogger Branko.

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