Fräulein Vino on Tour – Episode XIV

Diamonds are girl´s best friends

Was macht ein Tiroler mit technischer Berufung in der niederösterreichischen Thermenregion? Richtig, er erweckt ein Weingut aus dem Dornröschenschlaf. Was komisch klingt, funktioniert ganz wunderbar.

© Flo Moshammer / www.goodlifecrew.at
Copyright: Florian Mooshammer

Seit dem Sommer 2015 weht im Weingut Kaiserstein frischer Wind. Das modern anmutende Gebäude wandelte sich von der praktisch angelegten Produktionsstätte zur hippen Event Location. Mit viel Fingerspitzengefühl und guten Ideen hauchte Daniel Waldner den still gelegten Betrieb in der Weinbaugemeinde Sooß neues Leben ein. Mit Blick auf den Kaiserstein werden Geburtstage gefeiert. Lässige House-Beats begleiten hippe Weinverkostungen (www.clubvino.at). Manchmal tauschen Barriquefässer den Platz mit schnittigen Autos und schaffen somit ein einzigartiges Ambiente für Firmenpräsentationen.

© Flo Moshammer / www.goodlifecrew.at
Copyright: Florian Mooshammer

Dem aufmerksamen Besucher sticht es sofort ins Auge, manch anderer bemerkt das allumfassende Glitzern vielleicht erst nach dem ersten Glas Wein. Ein glänzender Kronleuchter ziert den Barriqueraum, funkelnde Steinchen das Interieur, sowie die ein oder andere Weinflasche und auch der Wein steht im Zeichen der Edelsteine.

© Flo Moshammer / www.goodlifecrew.at
Copyright: Florian Mooshammer

In folgende drei Kategorien wird Wein vom Weingut Kaiserstein eingereiht.

  • Kristiall-Linie: Fruchtige Weine, leicht verständlich. Ebnen den Weg in die vinophile Genusswelt.
  • Rubin-Linie: Komplexe Rotweine ausgebaut in gebrauchten Holzfässern. Ausgeprägte Frucht trifft auf feine Tannine.
  • Diamant-Linie: Die Königsklasse für Weinliebhaber. 100% Barrique, 100% Geschmack.

Fräulein Vinos Tipp:

Rheinriesling, 2015
Duft nach reifen Pfirsichen, angenehme Säure, trinkanimierend. Fazit: Es muss nicht immer Riesling aus der Wachau sein.
Erhältlich im Delicius – concept store um € 11,00 pro 0,75l Flasche.

Cuvée Selection, 2008
Cabernet Sauvignon, Zweigelt und Pinot Noir vereinen sich in dieser roten Cuvée. Feine Röstaromen, angenehme Tannine und ein herrlicher Duft nach roten Beeren sind das Ergebnis.
Erhältlich im Delicius – concept store um € 17,50 pro 0,75l Flasche.

Merlot, 2009
In der Nase saftige Zwetschken, am Gaumen rote Beeren, sowie feine Tannine. Tolles Preis-Leistungsverhältnis. Absolutes Gustostückerl.
Erhältlich im Delicius – concept store um € 18,00 pro 0,75l Flasche.

Fräulein Vino on Tour – Episode XIII

Wellness für den Gaumen

Anfang September versammelten sich dutzende Sommeliers im Wine & Spa Resort LOISIUM im niederösterreichischen Langenlois. In dieser illustren Runde im gediegenen Designerambiente war das Fräulein Vino mitten drin statt nur dabei. Das gemeinsame Ziel? Die Erforschung der perfekten Kombination aus vegetarischer Küche und Weinen aus dem Kamptal.

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Den Kochlöffel schwang Sternekoch Bobby Bräuer, das Weinzepter der Punk der Weinsommeliers Justin Leone. Kredenzt wurden Offenbarungen für den Gaumen und Überraschungen im Glas. Nun stellte sich die Aufgabe die perfekte Synergie aus Speise und Wein zu finden. Orgastische Zustände erfuhr Fräulein Vinos Gaumen bei folgenden Paarungen:

Gazpacho – Avocado | Sauerrahm | Ligurisches Olivenöl &
Grüner Veltliner – Kamptal DAC
| 2015 | Weingut Baumgartner, Gobelsburg

Der Grüne Veltliner ergänzte perfekt die fruchtige Säure der Tomaten. Der fettig anmutenden Avocado, sowie dem Sauerrahm wurde entgegen gewirkt. Das typische „Pfefferl“ unterstütze hervorragend das würzige Olivenöl aus Ligurien, sowie den Hauch von Chili in der Gazpacho.

Wassermelone – Holler | Honig | Knollensellerie &
Riesling Heiligenstein – Kamptal DAC Reserve | 2010 | Weingut Loimer, Langenlois

Die erdige Note des Knollenselleries unterstrich dieser etwas reifere Riesling perfekt durch seine Mineralität. Die in Holunderblütenessig eingelegte Melone verfeinert mit Zitronenmelisse harmonisierte fantastisch mit der gut eingebunden Säure des Weins.

 

Muskatkürbis – Geräucherter Mais | Wasabipesto &
Next Generation – Weißburgunder Orange | 2011 | Weingut E. Schreibeis, Straß i. Straßertal

Wieder einmal bewies sich das Orange Weine als hervorragende Speisenbegleiter fungieren können. Dem Weißburgunder gelang es die rauchige Note des Maispürees positiv hervorzuheben. Konsistenz und Geschmack des Kürbisses wurden harmonisch erweitert. Ein Highlight für den Gaumen.

Perlgraupe – Steinpilz | Büffelparmesan &
Chardonnay | 2001 | Weingut Bründelmayer, Langenlois

Schon in der Nase erinnerte der gereifte Chardonnay an getrocknete Pilze. Seine erdigen, cremig buttrigen, sowie nussigen Noten ergänzten hervorragend Geschmack und Konsistenz des Risottos aus Perlgraupe.
Straccino – Schwarzer Trüffel | rote Zwiebel &
Zweigelt Barrique | 2013 | Weingut Schlager, Mollands

Obwohl es galt die vegetarische Küche zu erkunden wurde dieses Gericht mit geröstetem Speck verfeinert. Die rauchige Note des Zweigelt harmonierte daher besonders gut mit der würzigen Käsecreme, dem deftigen Speck und der Süße aus roten Zwiebeln.

 

Baba au Rhum – Marille | grüner Pfeffer &
Grüner Veltliner – Trockenbeerenauslese | 2000 | Weingut Bründlmayer, Langenlois

Die Süße der Trockenbeerenauslese ergänzte hervorragend die fruchtige Marille. Auch die Säure aus Wein und Frucht harmonisierte perfekt. Die lange Lagerung verpasste den Grünen Veltliner einen cremigen Touch, wunderbar zum geschlagenen Obers.

Bereits beim Schreiben dieser Zeilen ist dem Fräulein Vino schon wieder das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Doch es hat bei dieser fantastischen Veranstaltung nicht nur geschlemmt, sondern auch dazu gelernt.

  1. What grows together, goes together! – D.h. regionale Lebensmittel mit regionalen Weinen kombinieren.
  2. Der Wein soll das Gericht ergänzen und nicht übertrumpfen.
  3. Es gibt nicht DEN perfekten Wein. Es gibt immer verschiedenen Möglichkeiten.
    Je nach Wein wird eine andere Facette des Gerichts hervorgehoben.

Fräulein Vino on Tour – Episode XII

Wenn Sinne reisen…

Bei Christof und Louise Höpler steht der Wein im Fokus. Logisch. Führt das Ehepaar doch in zweiter Generation ein Weingut im Burgenland. Christof und Louise gehen jedoch einen Schritt weiter als herkömmliche Winzer. In „Höplers Weinräumen“ in Winden am See können Gäste Wein mit allen fünf Sinnen entdecken.

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Quelle: Höpler

„Wein kann man mit dem Verstand beschreiben, aber nur mit den Sinnen verstehen“ philosophiert Höpler. Im Jahre 2004 realisierte er in Zusammenarbeit mit drei jungen Künstlern seinen lang gehegten Traum. In insgesamt acht Weinräumen können sich heute Weinliebhaber auf eine vinophile Sinnesreise begeben. So sieht sich das Auge an den facettenreichen Farbtönen von Weiß- und Rotwein satt. Die Nase wird auf eine
Entdeckungsreise durch die Welt der Aromen geschickt. Das Ohr lauscht andächtig Geschichten rund um den Wein. Der Tastsinn arbeitet sich durch die Fauna des Weingartens. Der Phantasie wird viel Platz geboten, der Geist kann sich entfalten. Jeder Besucher begibt sich auf seine ganz persönliche Reise, sammelt individuelle Sinneseindrücke und nähert sich dem Thema Wein auf subjektive Art und Weise. Gesammelte Impressionen werden bei einer Weinverkostung im alten Schüttkasten (= Kostraum) zusammengeführt. Plötzlich schmeckt Wein nicht nur, er erzählt auch Geschichten.

 

Auch das Fräulein Vino hat ihre Sinne auf diese faszinierende Entdeckungstour geschickt. Besonders gemundet hat:

  • Chardonnay, 2015
    exotische Früchte – feine Würze – besonders gut zu Meeresfrüchten
    Ab-Hof € 10,30
  • Grüner Veltliner Guttenberg, 2015
    Maracuja & Zitrusfrucht – cremig & stoffig – eleganter Speisenbegleiter
    Ab-Hof € 14,60
  • Rosé Celestia, 2015
    Saftige Erdbeeren – edle Pfefferwürze – perfekt für heiße Sommertage
    Ab-Hof € 10,00
  • St. Laurent Erwein, 2012
    Schwarze Johannisbeere – feinwürzig – ideal zu Wild & Hartkäse
    Ab-Hof € 12,10
  • K7 Cuvée, 2012
    Röstaromen – würzig & elegant – wunderbar mit Steak
    Ab-Hof € 13,80

„Weinerfahrungsreisen“ können von April bis Oktober ab einer Teilnehmerzahl von 6 Personen gebucht werden. Nähere Informationen gibt´s hier.

PS: Der wunderschöne Weinhof der Familie Höpler kann auch für Events wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, etc. gemietet werden.

 

Fräulein Vino on Tour – Episode XI

Schnee. Regen. Italienreise.

Heftiger Schneefall, eisiger Regen, dichte Nebelschwaden, Minustemperaturen. „Feiertagsstress adé“, dachte das Fräulein Vino. Trotz miserablen Wetters machte es sich Anfang Jänner auf die Reise nach Bella Italia. Ziel der kulinarischen Reise war das Weingut „Il Conventino“ im unscheinbaren Örtchen Monteciccardo.

Eine Autostunde entfernt von Bologna, in 10 Kilometer Entfernung von dem bekannten Badeort Rimini liegt das beschauliche Dörfchen. Eine kurvige Straße führt Besucher über sanfte Hügel in diesen Ort, den weniger als 2.000 Einwohner ihr zu Hause nennen. Knapp vor dem Ziel streikte das Navigationssystem, nichts ging mehr.Einen kurzen Anruf später wurde das Fräulein Vino aus ihrer Misere befreit. Andrea Bernadini, Sales Manger am Weingut „Il Conventino di Monteciccardo“ geleitete es ans erklärte Ziel.

 

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Seniorchef Egidio und Andrea stolz vor ihrer „Wall of Fame“.

Beeindruckend schön präsentierte sich das stilvoll beleuchtet Weingut in der Abenddämmerung.

 

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Quelle: Weingut Il Conventino

Nach ausführlicher Betriebsbesichtigung wurde es gemütlich. An einem runden Tisch wurde italienisches Antipasti aufgetischt dazu wurde reichlich hausgemachtes Olivenöl und Wein kredenzt. Die kulinarische Aufarbeitung des breiten Sortiments artete fast in harte Arbeit aus. Doch das Fräulein Vino konnte sich einen umfassenden Überblick verschaffen und einen klaren Kopf bewahren.

 

Folgende vinophile Favoriten seien Weinfreunden ans Herz gelegt:

  1. Cardorosso
    Fruchtiger Sangiovese, weich und harmonisch. Schmeichelt dem Gaumen ebenso wie eine Ballade von Eros Ramazotti verliebten Ohren. In Kombination mit einem Teller Pasta unschlagbar. Der perfekte Genussmoment? Für das Fräulein Vino solo con Cardorosso.
  2.  Cardoviola
    Verspielte Rotwein Cuvée aus den autochtonen Sorten Lacrima und Aleatico. Fruchtig nach Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen, sowie blumigen Nuancen. Ein Glas Cardoviola zu einem Insalat Caprese kann das Fräulein Vino nur empfehlen. Ein Gedicht für verwöhnte Geschmacksknospen.
  3. Cardomagno
    Starker Italiener mit weichem Kern. Kraftvoll zugleich sanft. Fruchtig, sowie würzig. Ein Sangiovese der Abwechslung ins Glas bringt. Besonders lecker zu Steak!
  4. Il Famoso
    Sommer, Sonne, Il Famoso. Fruchtig, frischer Weißwein aus der autochtonen Sorte Famoso. Nomen est bekanntlich Omen. Schmeckt großartig zu Fisch und Meeresfrüchten. Perfekt für sommerliche Abende mit lieben Freunden!
  5. Corniale
    Facettenreicher Weißer aus der Rebsorte Incrocio Bruni. Fein, fruchtig am Gaumen einen Tick Meersalz. Corniale ins Glas, Augen schließen, Urlaub genießen. Erinnert an Meeresrauschen, erste Sonnenstrahlen und saftig, grüne Hügeln. Passt hervorragend zu einem Teller Pasta mit Meeresfrüchten.

Na? Lust bekommen auf Urlaub im Glas? Hier geht es zum Webshop.

 

 

 

 

 

Fräulein Vino informiert sich – Episode VIII

Mensch – Natur 0:1

Brennende Strohballen. Dicke Rauchschwaden. Kreisende Helikopter. Mutter Natur lehrte in den letzten Tagen zahlreichen Winzern das Fürchten. Väterchen Frost zog über das Land. Ohne Vorwarnung, ohne Gnade. Frostige Temperaturen und eisige Luft machten den jungen Reben schwer zu schaffen.

Mit aller Kraft versuchten Weinbauern im ganzen Land der erbarmungslosen Kälte entgegenzuwirken. Strohballen wurden in Brand gesetzt. Der entstehende Qualm sollte empfindsame Triebe vor den ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen schützen. Diese erzeugen Verdunstungskälte, ein Alptraum für „frierende“ Reben. Helikopter wurden eingesetzt um kalte und warme Luftschichten zu durchmischen. Ein weiterer Versuch um der bitteren Kälte den Kampf anzusagen. Vereinzelt konnte man auch romantisches Flackern aus den Weingärten vernehmen. Für Außenstehende ein faszinierendes Spektakel, für Winzer ein verzweifelter Versuch die diesjährige Ernte zu schützen.

Bis zu minus 6 Grad Celsius. Anhaltender Frost und sogar Schnee hinterließen ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Winzer im ganzen Land beklagten bis zu 100 Prozent Ernteausfall. Wie viele Reben tatsächlich betroffen sind und welche Spätfolgen der unerwartete Wintereinbruch mit sich brachte kann lediglich gemutmaßt werden. Das ein beträchtlicher Schaden in Millionenhöhe entstanden ist steht jedoch fest.

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Ein trauriger Anblick, Foto: Weingut Josef Vollath

Aus diesem Grund richtet das Fräulein Vino folgende Bitte an euch: Unterstützt  die österreichische Weinbranche! Drück ein Auge zu, sollte dein Lieblingswein um ein paar Euro teurer werden. Kaufe weiterhin bei deinem Winzer bzw. Weinhändler des Vertrauens. Zeigen wir Loyalität und Solidarität und hoffen gemeinsam auf ein erntereiches Jahr 2017!

Quellen:
http://www.vinaria.at
http://www.orf.at

Fräulein Vino on Tour – Episode X

Nador – Botschafter des ungarischen Eisenbergs

Wie alles begann…
Gemütlich schlenderte Rainer Gager mit seiner Ehefrau Sandra an diesem sonnigen Nachmittag durch die Weingärten des Vas-Hegy (Eisenberg) in Ungarn. Schon als Kind hat er sich in diesen Landstrich verliebt. Das Ziel des heutigen Sparziergangs war, wie schon so oft, der Weinkeller seiner Großeltern. Zahlreiche gemütliche Stunden hat er hier bereits mit seiner Familie verbracht. Kredenzt wurde stets eine deftige Jause und hausgemachter Kékfrankos. „Warum werden diesen einmaligen Lagen nicht genutzt?“, fragte sich Garger damals. Im gleichen Moment keimte in ihm eine erste Idee.

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Der ungarische Eisenberg von seiner schönsten Seite.                Foto: R. Garger

 

Aus einer Idee, wurde ein Projekt
„Garger, Du spinnst!“, war die Reaktion eines engen Freundes, als im Rainer Garger von seiner Idee erzählte. „Ich will Weine kreieren aus Blaufränkisch-Trauben vom Eisenberg, aber von der anderen, von der ungarischen Seite“, schwärmte er. Gesagt getan. 2001 kaufte er die ersten 2 Hektar Weingarten. Klingt einfach, war es aber nicht. Einen Teil der Fläche kaufte er von der ungarischen Gemeinde Vaskeresztes, zahlreiche Gemeinderatsbeschlüsse waren notwendig. Der restliche Teil musste von insgesamt 20 Besitzern erworben werden, die in der Zwischenzeit in alle Welt verzogen waren. Mittlerweile werden über 4 Hektar bewirtschaftet. Zwischen 2003 und 2007 wurden diese mit Blaufränkisch-Reben neue bepflanzt.

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Foto: R. Garger

Wo ein Wille, da ein Weg
„Ich habe zwar keine Ahnung vom Weinmachen, möchte es aber trotzdem unbedingt versuchen. Ich will Weine kreieren, köstliche Weine“, stand für Rainer Gager fest. Fest stand für den Unternehmer, im „echten“ Leben leitet er ein europaweit agierendes Verpackungsunternehmen, dass er dabei Unterstützung benötigt. So wurde „Nador“ kurzerhand zum Gemeinschaftsprojekt. Rainer Garger fungierte als Initiator und Financier, sein Cousin Imre Garger zeichnet sich verantwortlich für die Bearbeitung der Weingärten, der international renommierte Winzer Reinhold Krutzler aus Deutsch-Schützen vinifziert die Trauben.

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A dream came true. Rainer Garger inmitten seiner Weingärten. Foto: R. Garger

Gut Ding braucht Weile
„Nador“ soll zu den besten gehören. Zu der Créme de la Créme der Rotweine. Das war von Anfang an klar. Qualität benötigt Zeit, viel Zeit. Aus diesem Grund erschien „Nador 2009“ erstmalig 2013 am Markt. 18 Monate wurden im Barriquefass gegönnt danach durfte er in Flaschen reifen. Das Ergebnis? Ein frischer, markanter Roter. Seidig-elegant, mineralisch, geprägt von Wärme, Würze und Terroire. „In Nador erkenne ich den Boden wieder, ich kann ihn fömrlich riechen und schmecken.“ zeigt sich Imre Garger begeistert. Im Glas präsentiert sich „Nador“ bereits harmonisch und ausbalanciert. Lagerung hat er nicht mehr nötig, bringt jedoch locker zehn bis fünfzehn Jahre Kellerpotenzial mit. Erhältlich ist der edle Tropfen hier.

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Nador 2012 lässt noch auf sich warten, ab Oktober erhältlich. Foto: R. Garger

 

 

Fräulein Vino genießt – Episode II

Buntes Treiben im Weinregal
Gestern wurde Fräulein Vinos geliebter Fasching zu Grabe getragen. Schluss mit lustig. Der Völlerei wird ein Ende gesetzt, die Fastenzeit wird eingeläutet. Verzichten statt schlemmen steht nun an der Tagesordnung. „Nicht mit mir“, denkt sich das Fräulein Vino und setzt lediglich schlechten Wein auf die Verbotsliste.

Spaß im Glas
Knallbuntes Etikett, erfrischende Leichtigkeit. Der „GrüVe“ 2015 versprüht pure Lebensfreude. Während ausgelassene Stimmung und bunte Feste in der Warteschleife parken, sorgt der Grüne Veltliner aus Langenlois in Niederösterreich für Spaß im Weinglas. In der Nase frisch, blumig und fruchtig überzeugt er bereits beim ersten Schluck durch knackige Säure, fruchtige Frische und angenehme Würze. Mit nur 11,5 % Alkohol eignet sich der Weiße aus dem Hause Jurtschitsch perfekt als Aperitif. Hervorragend harmoniert der erfrischende Tropfen zu Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel und asiatischen, sowie vegetarischen Gerichten.

 

Kunst trifft Wein
Der weiße Kamptaler sorgt für Genuss am Gaumen. Sein Erscheinungsbild erfreut das kunstliebende Auge. Bereits seit 29 Jahren gestaltet der bildende Künstler Christian Ludwig Attersee die Frontansicht des Grünen Veltliners. Lebendig, farbenfroh, schrill. Das zeitgenössische Kunstwerk in Etikettenform wird jährlich neu gestaltet und spiegelt die Wetterverhältnisse des jeweiligen Jahrgangs wieder. 2015 tummelt sich ein bunter „Weinzoo“ auf der Flasche. Das aufgeregte Treiben steht exemplarisch für den Verlauf des Jahres. „Wer sich keinen Attersee leisten kann, soll wenigstens einen auf dem Tisch haben“, ist das Motto des vinophilen Kunstprojekts.

Flaschenweise gute Stimmung kauft man hier .

Fräulein Vino genießt – Episode I

Wenn Nebendarsteller zu Stars werden

Stets präsent, doch ewig in die Rolle des Nebendarstellers gedrängt. Das Brot ist bei Weinverkostungen ein willkommener Gast. Wird über die zu probierenden Weine hitzige diskutiert und hochtrabend philosophiert, wird dem Bissen Brot kaum Beachtung geschenkt. Sind wir uns ehrlich, können wir einem frischen Stück Brot aber genau so wenig widerstehen wie einem guten Glas Wein.

Liebhaber des reschen Gebäcks sollten sich daher den 23. Jänner 2016 rot im Kalender markieren. An diesem Tag verwandelt sich die „Alte Post“ im 1. Wiener Gemeindebezirk in eine große Backwerkstatt. Rund 20 Bäcker aus ganz Österreich zeigen im Rahmen des Events „Kruste und Krume – Back-Werk-Stadt“ ihr Können. Im Namen von Slow Food begleitet Barbara van Melle den Event und stellt jene Bäcker vor die ihr Handwerk nach wie vor schätzen, sowie Tradition und Vielfalt wahren. Um das Genusserlebnis zu komplettieren werden Weine von Willi Bründelmayer, Zantho, Silvia Henrich und Markus Huber kredenzt. Allerlei  deftige Köstlichkeiten aus den Küchen von Konstantin Fillipou, Christian Petz und der Schinkenmanufaktur Thum runden das Angebot ab.

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Barbara van Melle liebt Brot. Foto by Wolfgang Hummer

Das Brot nicht gleich Brot ist bemerkt man spätestens nach einem beherzten Biss, der nicht zufrieden stellt. Doch wie erkenne ich gutes Brot? Worauf muss beim Kauf geachtet werden? Das Fräulein Vino hat bei Brotexpertin Barbara van Melle nachgefragt.

1) Wie wird Brot zu gutem Brot?

Man nehme gutes – am besten biologisches – Getreide, Wasser, Salz und viel Zeit. Nur die Zeit gibt dem Brot seinen wahren Geschmack und hält es auch länger frisch.

 2) Wer kennt das nicht?  Man möchte Brot kaufen, steht vor üppig bestückten Regalen und kann sich nicht entscheiden. Wie kann ich als Kunde zwischen gutem und nicht so gutem Brot unterscheiden?

Man muss sich mit Brot beschäftigen, nur wer weiß, wie gutes Brot schmeckt, wird diesen Geschmack auch suchen. Das trifft übrigens auf alle Lebensmittel zu, Geschmack muss erlernt und geschult werden. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass die Herkunft nachvollziehbar ist. So wie man nicht zu anonymen Weinen greift, sollte man nicht zu anonymen Broten greifen. Die Garantie für handwerklich gemachtes Brot, das aus regionalen Rohstoffen besteht und in dem nichts ist, was nicht ins Brot gehört, kann nur der Bäcker oder die Bäckerin des Vertrauens geben. 

 3) Brot und Wein. Eine herrliche Kombination. Doch welches Brot wird am besten zu Wein kombiniert?

 Das beste Brot zum Wein gibt es nicht.  Brot wurde lange Zeit als etwas Alltägliches betrachtet. Aber Brot ist viel mehr, es ist eines der vielfältigsten Lebensmittel. Jedes Brot hat seinen eigenen Charakter, seine ganz besonderen Eigenschaften in Bezug auf Aussehen, Textur, Geruch, Geschmack. Und all das gilt es auch in Verbindung mit Wein zu entdecken.

 Lust auf vielfältige Backwerk bekommen? Dann empfiehlt sich ein Besuch beim größten Bäckermarkt Wiens. Hier geht´s zum Programm. 

 

Fräulein Vino on Tour – Episode IX

Next Stop – Fledermausland

Nach etwas mehr als einer Stunde Flug begrüßte uns Rumänien mit mildem Wetter und fetten Lettern am Flughafengebäude –  „Welcome to Transylvania“. Ziel dieser genussvollen Reise war das Weingut Liliac, in der Region Lechinta. „Uns“, dass waren Autorin und Moderatorin Barbara van Melle, Weinjournalist Darrel Joseph und das Fräulein Vino, begleitet von Kellermeister Rudi Krizan, eingeladen von Alfred M. Beck, seine Zeichens Weingutbesitzer, Landwirt, Architekt und Investor.

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Eine illustre Runde (v.l.n.r.): Fräulein Vino, Darrel Joseph, Barbara Van Melle, Alfred M. Beck und Rudi Krizan.

 

Der erste Eindruck
Bereits am Weg zum Weingut bemerkte ich es. Rumänien ist anders und doch ein bisschen so wie ich es mir vorgestellt habe. Zwischen Autos auf stark befahrenen Straßen reihen sich gemächliche Pferdegespanne. Kein Hupen, kein Stress, einfach nur Gelassenheit ist zu beobachten. Folkloristisch gekleidete Frauen in bunten Röcken mischen sich in Städten unter westlich gestylte  Businessmen. Prachtvolle Bauten im urbanen Gebiet werden im ländlichen Raum abgewechselt von spartanischen Häuschen mit beeindruckenden Gemüsegärten und umfangreichen Kleintierzuchten. Hier scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Es wirkt authentisch, ursprünglich und vor allem gemütlich.

Entspannter Perfektionismus
Gemütlich wirkt auch das Örtchen Batoș auf Besucher. Traditionelle, spartanische Häuser reihen sich an moderne Neubauten. Inmitten der Gebäudeansammlung sticht in kräftigem bordeauxrot das neu errichtet Betriebsgebäude des Weinguts Liliac hervor. Österreichische Gründlichkeit wohin das Auge schaut. Im Außenreal ziert penibel verlegter Rollrasen das Gelände, Wasserschläuche warten exakt aufgerollt auf ihren Einsatz, der Keller wirkt klinisch sauber. Kellermeister Rudi Krizan führt uns stolz durch sein Reich. Mindestens einmal pro Woche fliegt der Burgenländer nach Rumänien um sich mit dem Personal vor Ort abzustimmen. Mit seinen Kellermeisterinnen Paula und Andra steht er fast täglich via Telefon in Kontakt um nach dem Rechten zu „hören“. Im Weingarten verlässt er sich gerne auch Mal auf tierische Gehilfen. Die Fledermaus (rum. Liliac), wie soll es in Transsilvanien auch anders sein, hilft einerseits bei der Schädlingsbekämpfung und fungiert anderseits als pfiffiges Logo.

 

Zu Gast bei Freunden
Nach der technisch anmutenden Kellerführung dürfen wir das echte, urige Rumänien kennen lernen. Mit der Pferdekutsche geht es über Stock und Stein durch Becks Weingärten. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine Wiese, eine beachtlich große Herde Ziegen und Schafe umzingelt von Hirtenhunden aller Art nimmt uns in Empfang. Der Schäfer bittet uns zu Tisch, kredenzt wird hausgemachter Schaf- und Ziegenkäse, Speck und Zacuscă, ein würziger Aufstrich aus Auberginen und roten Paprika. Ein Glas Red Cuvée 2014 perfektionierte diesen Moment. Die fruchtig-würzige Kombination aus  Fetească Neagră & Merlot passt hervorragend zu unserer deftigen Jause. „Traumhaft“ beschreibt die Atmosphäre wohl am besten, es fühlt sich an als würden wir uns schon ewig kennen. Ich könnte noch Stunden hier sitzen und den Geschichten der Hirten lauschen doch unsere Reise geht weiter. Rechtzeitig zur „Golden Hour“ kutschieren uns unsere Fahre auf eine Anhöhe inmitten der Weingärten. Hinter den sanften Hügeln Transsilvaniens verabschiedet sich mit wunderbarem Farbenspiel die Sonne. Die Dämmerung beginnt und wir scherzen über die schaurigen Geschichten der Hirten über die im Wald lebenden Bären und Wölfe.

 

Mädchentraube, Königsast und rumänische Leckerein
Nach einem anstrengenden Tag lassen wir gemeinsam den Tag in der relaxten Atmosphäre der Wine Lodge ausklingen. Verkostet werden internationale Rebsorten wie Sauvignon blanc, Chardonnay und Merlot, aber auch autochthone Gewächse. Klingende Namen wie Fetească Alba (weiße Mädchentraube) und Fetească Regala (Königsast) werden ins Glas gefüllt. Frisch, knackig, mit Anklängen von Zitrus und Graipfruit schmeicheln sie dem Gaumen und sind die perfekten Begleiter unseres rumänischen Abendessens. Aufgetischt werden hausgemachte Leckereien aus der Region, zubereitet von einer talentierten Köchin aus dem Dorf. Auf unseren Tellern landen verschiedene Sorten Salată de vinete (Auberginensalat), Sarmale (Krautwickel) gefüllt mit Reis und Faschiertem und Polenta und Speck, sowie Käse und Tellersulz. Zum krönenden Abschluss werden Palatschinken mit einem Glas „Nectar of Tranylvania“, einem Schilfwein aus Muscat Ottonel-Trauben, gereicht.

 

Fazit
1. Transsilvanien ist eine Reise wert.
2. Liliac Weine sollte man probiert haben.
3. Rumänisches Essen ist deftig, ABER eine Sünde wert.

Fräulein Vino´s Top 5:
1. young.Lilac fresh
2. Fetească Alba
3. Fetească Regala
4. Red Cuvée
5. Nectar of Transylvania

Erhältlich unter www.liliac.com.